Moderationstechniken und -verfahren können dir in vielen Meeting und Workshopsituationen weiterhelfen. Sie geben einen Rahmen und eine Vorgehensweise vor. Im Folgenden erhältst du einen Überblick über eine Reihe schnell nutzbarer und universell einsetzbarer Moderationstechniken.
Was sind Moderationstechniken?
Moderationstechniken sind Verfahren und Methodiken, welche du als Moderator in deinen Meetings oder Workshops anwenden kannst.
Sie haben verschiedene Zielstellungen wie z.B.:
Manche Verfahren sind allgemeingültig und können in allen Meetings und Workshops verwendet werden. Andere wiederum sind nur in speziellen Veranstaltungen relevant und nutzbar.
Wiederverwendbare Moderationstechniken
Wiederverwendbare Verfahren sind Methodiken, welche du in (fast) allen Meetings und Workshops verwenden kannst.
Systemische Einführung
Wenn du ein Verfahren in eine Gruppe bringst, welches noch nicht bekannt ist, dann musst du dieses entsprechend einführen. Jeder Teilnehmer sollte verstehen, warum die Methode in diesem Moment die richtige ist.
Andernfalls kann es dazu führen, dass die Methodik falsch ausgeführt oder auch abgelehnt wird. Dies führt zu Frust und schlechteren Meetingergebnissen.
Folgende Punkte solltest du beachten:
Stelle dabei sicher, dass alle Anwesenden die Vorgehensweise verstanden haben.
Wichtig ist, dass du dir am Ende das Einverständnis der Teilnehmer holst, die Methode wie vorgestellt anzuwenden. Andernfalls kann es zu Widerständen innerhalb der Gruppe kommen.
Arbeitsfragen
Arbeitsfragen kommen immer dann zum Einsatz, wenn die Gruppe aktiv etwas tun oder erarbeiten muss.
In der Regel beinhalten die Fragen Aufforderungen etwas zu tun, wie zum Beispiel:
Als Moderator kannst du über die Art der Frage die darauffolgenden Diskussionen oder Arbeitsschritte steuern.
Arbeitsfragen können sehr allgemein und offen gestellt werden.
Beispiel aus der Retrospektive: „Was lief gut in unserem letzten Sprint, was lief nicht so gut?“
Damit erweiterst du das Antwortspektrum enorm.
Das kann im Gegensatz auch dazu führen, dass die Antworten für die Zielerreichung des Arbeitsschritts teilweise unbrauchbar sind.
Arbeitsfragen können auch sehr speziell gestellt werden.
Beispiel aus der Retrospektive: „Wie können wir dafür sorgen, dass wir unser Commitment des Sprints besser erreichen?“
Damit erzeugst du automatisch nur Antworten, welche auf das gewünschte Arbeitsthema einzahlen.
Nachteil dieser Variante kann sein, dass die Antworten kaum neue oder auch kreative Anregungen erzeugen. Somit reduzierst du automatisch das mögliche Ergebnispotenzial des Arbeitsschritts.
Was folgt daraus?
Arbeitsfragen sollten:
Als Moderator solltest du:
Moderationszyklus
Ein bewährtes und einfach verständliches Grundgerüst für einen Meeting- oder Workshopablauf kann dir viel Arbeit abnehmen. Der Moderationszyklus bietet dir dieses Gerüst.
Du kannst ihn für verschiedene Situationen und Bereiche anwenden. Er ist leicht zu merken. Und du kannst daraus schnell eine Agenda ableiten.
Der Moderationszyklus besteht aus 6 Schritten:

Ablauf des Moderationszyklus
Diese Abfolge kannst du sowohl für ein ganzes Meeting oder auch nur Teile eines Workshops nutzen.
Eine detaillierte Beschreibung des Moderationszyklus findest du hier.
Moderationstechniken für den Meetingbeginn
Moderationstechniken für den Einstieg in ein Meeting oder einen Workshop dienen dem idealen Start in die Veranstaltung.
Stimmungsabfrage
Stimmungsabfragen sind ein einfaches und schnell durchzuführendes Mittel, um die Stimmung der Gruppe zu ermitteln. Sie sollte direkt am Beginn des Meetings stattfinden.
Sinn und Zweck der Stimmungsabfrage ist es, die emotionale Haltung deiner Teilnehmer zu erfragen. Denn diese wirkt sich direkt auf den Verlauf des Meetings aus.
Ist ein Teilnehmer gestresst, weil er gerade viel zu tun hat und das Meeting eher als Zeitverschwendung sieht. Oder ein anderer teilnahmslos, weil er die letzte Nacht dank Baby wenig geschlafen hat.
Das kannst du über eine Stimmungsabfrage herausfinden.
Und danach entsprechend handeln bzw. darauf eingehen.
Abfragevarianten
Die Abfrage kannst du in verschiedenster Weise durchführen, zum Beispiel als
Eine ausführlichen Artikel zum Thema Stimmungsabfragen findest du hier.
Check-In
Das Check-In ist ein kurze Aktivität am Beginn eines Meetings. Es dient dazu, die Teilnehmer ankommen zu lassen und den Fokus auf die vorausliegende Veranstaltung zu richten.
Ein gutes Check-In dauert in der Regel nicht länger als 10-15min. In der Regel wird eine Frage durch den Moderator gestellt und diese wird von den Teilnehmern kurz beantwortet.

Beispiele für gute Check-In Fragen
Über die Frage(n) kannst du als Moderator mehrere Dinge erreiche. Du kannst
Gut eingesetzt, bringt es also jedem Meeting einen großen Mehrwert.
Ablauf des Check-Ins
Warm-Ups
Warm-Ups werden häufig mit einem Check-In verbunden.
Sie können für verschiedene Zwecke genutzt werden, wie zum Beispiel:
Im Gegensatz zum Check-In kann das Warm-Up zu verschiedene Phasen im Meeting oder Workshop eingesetzt werden. So wird es häufig neben dem Beginn auch nach Pausen oder zwischen 2 Themenblöcken eingesetzt.
Als Moderator solltest du beachten, dass es wesentliche Unterschiede zwischen Warm-Ups in einem Präsenzmeeting oder einem Online Meeting gibt.
Zum Beispiel kannst du Bewegungs- oder Non-Verbale Übungen eher in Präsenzmeetings einsetzen. Das Sammeln von Bildern oder Emojies passt dagegen eher in Online-Meetings.
Viele Inspirationen für Warm-Up Spiele speziell für Online Meetings kannst du hier finden.
Moderationstechniken für spezielle Meeting- und Workshopsituationen
Spezielle Moderationstechniken sind Methodiken, welche nur in bestimmten Situationen oder für bestimmte Zielstellung zum Einsatz kommen.
Ein-Punkt Abfrage
Ein-Punkt Abfragen dienen der einfachen und schnellen Momentaufnahme. Meist wird diese Abfrage am Beginn oder Ende eines Meetings eingesetzt.
Du kannst sie nutzen zur Abfrage
Als Moderator ist die Methode ein gutes Einstiegsinstrument. Du kannst damit
Ablauf (Zeit 10-30min)
das Ergebnisbild kurz besprechen
Fragemöglichkeiten
Blitzlicht Methode
Die Blitzlichtmethode ist eine Moderationstechnik, mit welcher du als Moderator ein spontanes, subjektives und aktuelles Feedback der Teilnehmer erhalten willst.
Es macht die aktuelle Stimmung sowie die individuellen Bedürfnisse, Wünsche, Gedanken und Gefühle der Einzelnen transparent.
Ablauf
Anregungen und Empfehlungen zur Methode
Karten-Antwort Verfahren – die Kartenabfrage
Das Karten-Antwort Verfahren – auch Kartenabfrage genannt – ist eine Möglichkeit – anonym über das beschriften von Karten – Ideen, Meinungen, Erwartungen, Lösungsansätze oder wichtige Themen zu sammeln.
Die Karten werden dazu von den Teilnehmern geschrieben und danach an den Moderator weitergegeben. Dieser stellt die Karten dann vor. Somit bleibt verborgen, von wem die Karte kommt.
Ablauf:
Anregungen und Empfehlungen zur Methode
Einen detaillierteren Einblick zur Kartenabfrage bekommst du hier.
Brainwriting
Das Brainwriting dient analog dem Brainstorming dem Sammeln von Ideen und Informationen bezogen auf eine Arbeitsfrage.
Im Gegensatz zum Brainstorming erfolgt das Brainwriting still. Die Teilnehmer schreiben ihre Punkte auf Karten oder PostIts. Am Ende einer vorgegeben Zeit stellen die Teilnehmer die Punkte vor. Das unterscheidet diese Methodik vom Karten-Antwort Verfahren.
Ablauf:
Wie mit den Punkten weiter gearbeitet wird, hängt von den Zielen und der verfügbaren Zeit ab.
Du kannst in Kleingruppen oder in der gesamten Gruppe weiterarbeiten. Nicht relevante Punkte können ebenfalls in den Themenspeicher verschoben werden.
Vorteile der Methode:
Eine detailliertere Beschreibung zum Brainwriting findest du hier.
Themen- und Fragenspeicher
Der Themen oder Fragenspeicher ist ein ideales Instrument, um Punkte zu sammeln, die wichtig für die Teilnehmer sind, aber zum aktuellen Diskussionspunkt nichts beitragen.
Indem du diese Punkte separat aufnimmst und dokumentierst, zeigst du ggü. dem Teilnehmer, der den Punkt aufbringt, dass
Du machst gleichzeitig deutlich, dass der Punkt zum jetzigen Zeitpunkt nicht diskutiert wird. Dadurch behältst du den Fokus und verhinderst ein abdriften in Nebenthemen.
Wichtig: Am Ende des Meetings solltest du dir Zeit blocken, um noch einmal über den Themen und Fragenspeicher zu gehen. Für alle Punkte sollte geklärt werden ob:
Eine detailliertere Beschreibung des Fragenspeichers findest du hier.
Maßnahmenplan
Um Ergebnisse eines Meetings oder eines Workshops langfristig nachzuhalten, ist ein Maßnahmenplan von großem Mehrwert. Er hilft dir dabei, während des Meetings genau festzuhalten:

Beispiel eines Maßnahmenplans
Die Methodik hat sich über Jahrzehnte bewährt, da es einfach verständliche und übersichtlich ist.
Maßnahmenpläne können:
Mehr zu Maßnahmenplänen und passende Vorlagen in Excel, Word und PDF findet ihr hier.
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